Rosewood Hong Kong: Tony Chis wohnliche Formensprache am Wasser
Das Rosewood Hong Kong eröffnete am 18. März 2019 am Victoria Dockside an der Uferpromenade von Tsim Sha Tsui. Der Turm stammt von Kohn Pedersen Fox, während tonychi die wesentlichen Hotelinterieurs entwickelte. Die leitende Idee des Projekts überträgt das Bild einer großzügigen Residenz auf ein Gebäude, dessen Lage und Maßstab eindeutig städtisch sind.
Das ist eine anspruchsvolle innenarchitektonische Aufgabe. Ein Hotelturm enthält wiederkehrende Zimmer, gemeinschaftliche Einrichtungen und komplexe Erschließungswege; ein Zuhause vermittelt Individualität und Zugehörigkeit. Tony Chis Studio näherte sich dem Auftrag über Materialkontinuität, gesammelte Objekte und eine Hierarchie von Räumen. So erhielt das große Gebäude eine Reihe intimerer Bezugspunkte. [1] [2] [5]

Der Turm und das Wasser
KPF beschreibt ein Gebäude, das durch Rücksprünge und Terrassen geprägt ist, mit Stein an der Basis und großzügigen Verglasungen zum Hafen. Das Projekt gehört zum größeren Victoria-Dockside-Komplex, in dem Gebäude, öffentlicher Raum und Fußgängerverbindungen zusammen eine städtische Komposition bilden. Auch das Landschaftsarchitekturbüro James Corner Field Operations wird als Teil des Projektteams genannt.
Dieser größere Zusammenhang stellt die Innenräume vor zwei Maßstäbe. In unmittelbarer Nähe befinden sich Möbel, Oberflächen und Raumabmessungen; jenseits der Verglasung liegen Wasser, Skyline und städtisches Leben. Eine überzeugende wohnliche Gestaltung muss auch in diesem größeren Umfeld Bestand haben. Besonders interessant wird das Projekt dort, wo ein nahes Materialdetail und ein metropolitaner Ausblick zugleich Aufmerksamkeit beanspruchen. [2]

Holz als verbindendes Material
In einem Interview mit dem American Hardwood Export Council erläutert Alison Chi, Geschäftsführerin von tonychi, den wiederkehrenden Einsatz amerikanischer Weißeiche und Schwarznuss in öffentlichen und privaten Bereichen. Viertelgeschnittene Weißeiche wurde wegen ihrer Stabilität und Maserung gewählt; eine geräucherte Oberfläche betont ihren visuellen Charakter. Die Projektdarstellung des Verbands nennt Eichenböden in den Gästezimmern sowie Nussbaumflächen in Zimmern und Aufzügen.
Alison Chi beschreibt zudem, wie eine dauerhaft angelegte Raumorganisation Elemente aufnehmen kann, die sich mit der Zeit erneuern. Das Studio konzipierte die Zimmer so, dass Möbel ausgetauscht und Oberflächen restauriert werden können, während die räumliche Struktur erhalten bleibt. Dadurch erhält die Wohnidee eine praktische Dimension: Ein stimmiger Innenraum kann Wandel zulassen, ohne seine grundlegenden Beziehungen neu erfinden zu müssen. [3]

Ankunft, Kunst und der Maßstab des Details
Rosewoods Bericht zur Eröffnung beschreibt Kalksteinwände und Marmorböden in der Lobby sowie Eichenintarsien und Säulen aus Kokospalmenholz in einem angrenzenden Ankunftsbereich. Kunst gehört ebenfalls zu diesem ersten Eindruck, darunter eine Skulptur von Henry Moore. Die Materialvielfalt schafft mehrere Ebenen der Aufmerksamkeit innerhalb eines stark wahrgenommenen Gemeinschaftsraums.
Zusammen geben diese Elemente dem großen Ankunftsraum eine Reihe unterscheidbarer Bereiche und Blickpunkte. Eine besondere Decke zieht den Blick nach oben; eine Skulptur gibt der Bewegung einen Fokus; ein Wechsel von Holz oder Stein markiert einen anderen Bereich. Die Analogie zum Wohnen entsteht aus solchen Beziehungen. So vermittelt der Raum individuelle Auswahl innerhalb des Betriebs eines großen Hotels. [1]

Zimmer mit klarer Hierarchie
Die Grand Harbour Corner Suite bietet ein konkretes Beispiel für den Maßstab der Unterkünfte. Rosewood nennt 123 Quadratmeter, einen großen begehbaren Kleiderschrank und ein Marmorbad mit freistehender Wanne, zwei Waschbecken und zwei Duschen. Der Grundriss räumt dem Ankleiden und Baden neben dem Hafenblick einen hohen Stellenwert ein und macht die Suite zum Schauplatz verschiedener täglicher Abläufe.

Das Design des Rosewood Hong Kong sollte auch als Zusammenarbeit verstanden werden: BAR Studio gestaltete beispielsweise das Restaurant The Legacy House. Innerhalb dieses größeren Teams etablieren die zentralen Innenräume von tonychi eine einheitliche wohnliche Sprache. Ihre Bedeutung liegt darin, wie Materialpalette, Raumfolge und Möblierung den großen Maßstab des Hotels durch kleinere, sorgfältig durchdachte Erfahrungen verständlich machen. [4] [1]




























































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