
Palácio Tangará: Patricia Anastassiadis’ Interpretation brasilianischer Landschaft im Interieur
Das Palácio Tangará platziert ein umfangreiches Hotelprogramm neben dem Burle-Marx-Park in São Paulo. In diesem Umfeld entwickelte Patricia Anastassiadis öffentliche Innenräume, die sich auf brasilianische Landschaft und Kunst beziehen. Die Arbeit zeigt, wie lokale Referenzen durch Farbe, Möbel und Atmosphäre ein Interieur prägen können.
Für die Eröffnung des Hotels 2017 entwarf Anastassiadis Gemeinschaftsbereiche wie Lobby, Bar, Restaurant und Spa. Bick Simonato gestaltete Gästezimmer und Flure. Die öffentlichen Räume bilden eine abwechslungsreiche Folge, die die Ankunft mit Orten für Gespräche, Mahlzeiten und Rückzug verbindet. [1] [4]

Vom Aquarell zur Materialpalette
Das Büro nennt Jean-Baptiste Debrets Darstellungen brasilianischer Landschaft als Ausgangspunkt. Grün- und Erdtöne prägten den Entwurf, während die Burle Bar blaue Akzente aufnahm, die auf den namensgebenden Vogel des Hotels verweisen. Das Spa schlug eine andere Richtung ein und bezog sich auf die geschwungenen Formen der brasilianischen Moderne.
Die Referenzen geben den Räumen unterschiedliche Charaktere innerhalb einer gemeinsamen Palette. Grün- und Erdtöne schaffen eine Verbindung zur Landschaft, blaue Akzente unterscheiden die Bar, und Kurven verleihen dem Spa eine weichere Note. Ihre Wirkung hängt von den Beziehungen zwischen Oberflächen, Möbeln und Licht ab, die die Referenzen in nutzbare Räume übersetzen. [1]

Der Speisesaal und der Park
Im Tangará Jean-Georges brachte das Büro die umgebende Landschaft durch hohe verspiegelte Elemente in die Komposition ein. Ihre Reflexionen verstärken die visuelle Präsenz des Parks im Restaurant. Die Projektbeschreibung nennt außerdem eigens für den Ort entwickelte Möbel, darunter Sofas und Esstische mit handgefertigten Keramikplatten.
Das Restaurant umfasst Räume für verschiedene Formen des Speisens, darunter einen privaten Raum und einen Chef’s Table. Diese Vielfalt ist wichtig, weil ein Restaurantinterieur unterschiedliche Arten der Aufmerksamkeit aufnehmen muss: gegenüber den Begleitern, dem Essen und dem größeren Umfeld. Reflexionen und maßgefertigte Möbel werden Teil dieser Choreografie und helfen, einen großen Speiseraum mit konzentrierteren Begegnungen zu verbinden. [2]

Möbel tragen das lokale Detail
Die Beschreibung des Lieferanten Empório Beraldin verleiht dem Konzept eine konkrete materielle Dimension. Sie nennt die Sofas Curve und Gaudí in den öffentlichen Innenräumen, einen Schreibtisch Belluno Filetto im Concierge-Bereich und einen Schrank Deco im Restaurant. Die dokumentierten Stücke verbinden Holz, Leder, Messing und gepolsterte Rundungen.
Diese Details sind wichtig, weil ein großes Hotel sonst vor allem über seinen Maßstab wahrgenommen werden kann. Möbel rücken das Erlebnis näher an den Körper: der Sitzplatz, die Fläche, auf die man bei der Ankunft trifft, der Schrank neben einem Esstisch. Hier tragen verschiedene Stücke individuelle Profile zu einem gemeinsamen Konzept bei und schaffen Variation, ohne für jeden Raum eine andere Architektursprache zu verlangen. [3]

Öffentliche Räume mit unterschiedlichen Charakteren
Die Ess- und Loungebereiche öffnen sich zu Terrassen und Park und halten so die Verbindung zur Landschaft jenseits der Innenräume aufrecht. Die Projektdokumentation des Lichtplaners verfolgt diese Beziehung durch die Gemeinschaftsbereiche, in denen Innenraumatmosphäre und Ausblick zusammenwirken müssen.
Ankunftsbereich, Bar, Restaurant und Spa haben jeweils einen eigenen Rhythmus. Anastassiadis verbindet sie durch wiederkehrende Bezüge zu brasilianischer Kunst, Materialien und Landschaft, während Möbel und räumliche Anordnung unterschiedliche Nutzungen bedienen. Am Esstisch oder Concierge-Tresen werden diese übergeordneten Referenzen zu konkreten Begegnungen mit Holz, Keramik, Polsterstoffen und Metall. [4] [5]





























































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