
HOTEL THE MITSUI KYOTO: André Fus Interieurs im Dialog mit einem historischen Garten
Das HOTEL THE MITSUI KYOTO eröffnete am 3. November 2020 neben der Burg Nijō auf dem ehemaligen Wohngrundstück des Kitake-Zweigs der Familie Mitsui in Kyoto. Die Familie unterhielt das Anwesen mehr als 250 Jahre lang. Diese Geschichte stellte das Planungsteam vor besonders hohe Anforderungen: Ein neues Hotel sollte ein eigenständiges zeitgenössisches Leben entwickeln und zugleich auf einen Ort mit langem häuslichem und kulturellem Gedächtnis reagieren.
André Fu entwarf die Lobby und die Gästezimmer. Sein Beitrag ist Teil einer umfassenderen Zusammenarbeit, die die Atmosphäre der privaten Räume und Ankunftsbereiche mit Architektur, Landschaft, Kunst und den von anderen Fachleuten entwickelten Hotelangeboten verbindet. Jeder Bereich erfüllt innerhalb des Ganzen eine eigene Aufgabe. [3] [2]
Fus Interpretation häuslicher Tradition
Fus Studio beschreibt einen Ansatz, der vom Erbe des Ortes und seiner Handwerkskultur ausgeht. Die Darstellung der Gästezimmer durch das Hotel konkretisiert diese Absicht: Ihr Entwurf interpretiert den traditionellen japanischen Teeraum neu und macht natürliche Materialien und Handwerk zur Grundlage eines zeitgenössischen Interieurs.
Dieser Bezug ist ergiebig, weil ein Teeraum dazu anregt, über Aufmerksamkeit, Proportionen und die unmittelbare Begegnung mit Materialien nachzudenken. Im Hotel können diese Überlegungen bestimmen, wie ein Zimmer im Tagesverlauf genutzt wird. Oberflächen, Möbel und räumliche Beziehungen lassen eine kulturelle Referenz Teil des Alltags werden. Das Interessante liegt in der Übertragung einer bestimmten Tradition auf die unterschiedlichen Routinen eines Gästezimmers. [1] [5]

Der Garten als gemeinsamer Mittelpunkt
Landschaftsarchitekt Shunsaku Miyagi gestaltete den rund 1.300 Quadratmeter großen zentralen Garten. Das Hotel verbindet seine Planung mit teioku ichinyo, einem Prinzip der Harmonie zwischen Gebäude und Garten. Historische Steinlaternen und weitere erhaltene Landschaftselemente wurden in die neue Anlage aufgenommen. So bleiben Spuren des früheren Wohnsitzes Teil des täglichen Hotelerlebnisses.
Für die Innenräume bietet der gemeinsame Garten einen beständigen Bezugspunkt über verschiedene Räume und Tätigkeiten hinweg. Zugleich bringt er Veränderung in eine sorgfältig kontrollierte Umgebung: Pflanzen, Licht und Wetter sorgen für Abwechslung. Die Beständigkeit eines eingerichteten Zimmers findet im jahreszeitlichen Wandel seines Ausblicks ein wechselndes Gegenüber und verbindet die tägliche Nutzung mit dem Garten draußen. [4] [2]
Unterschiedliche Geschichten ablesbar halten
Das restaurierte, mehr als 300 Jahre alte Kajiimiya-Tor stellt eine direkte Verbindung zur Vergangenheit des Ortes her. An anderer Stelle entstand SHIKI-NO-MA als zeitgenössische Rekonstruktion eines Teils des früheren Mitsui-Wohnsitzes aus japanischer Zypresse. Es sind unterschiedliche Eingriffe, die jeweils auf eigene Weise zur historischen Erzählung des Hotels beitragen.

Das Hotel bringt diese verschiedenen historischen Schichten in den alltäglichen Gebrauch. Ein erhaltenes Tor, ein rekonstruierter Raum und ein neu entworfenes Gästezimmer haben jeweils ein anderes Verhältnis zur Zeit. Gemeinsam machen sie Geschichte in mehreren Maßstäben erfahrbar, von einer architektonischen Schwelle bis zu einem Materialdetail. Das Hotel ordnet diese Beziehungen; zeitgenössische Gestaltung schafft Räume für ihre weitere Nutzung. [3] [4] [5]
Eine klar zugeordnete gemeinsame Urheberschaft
Die veröffentlichten Projektangaben des Hotels weisen Gästezimmer und Lobby eindeutig Fu, die Landschaft Miyagi sowie Spa und Restaurants Yohei Akao zu. Akira Kuryu war leitender Gestaltungsberater. Diese Rollen anzuerkennen erleichtert das Verständnis des Projekts: Sein Charakter entsteht aus koordinierten Beiträgen, die jeweils einen anderen Teil des Gästeerlebnisses betreffen.
Fus Räume gehören zu dieser größeren Komposition. Ihr Schwerpunkt auf Handwerk und der Neuinterpretation einer häuslichen Tradition schafft vor dem historischen Hintergrund des Anwesens einen intimen Maßstab. Im HOTEL THE MITSUI KYOTO beziehen die Interieurs ihren Charakter aus diesem Kontext; jeder Raum ist Teil einer umfassenden Beziehung zwischen handwerklich gestalteten Oberflächen, historischen Bauwerken und Garten. Fus Beitrag verleiht dieser Beziehung eine intime häusliche Dimension. [2] [1]

Designer im icönik Global Directory
Quellen und Projektbeteiligte

Die Bildnachweise und Genehmigungen zur Wiederverwendung dieser offiziellen Studioaufnahmen müssen noch einzeln bestätigt werden. Der redaktionelle Text wurde aus dem vorhandenen längeren Entwurf übernommen.


























































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