
Woodway Residence von Olson Kundig: ein Familienhaus, das über der Wiese schwebt
Die von Olson Kundig in Woodway, Washington, entworfene Woodway Residence gibt der Landschaft eine prägende Rolle im häuslichen Alltag. Das Haus wurde für eine aktive fünfköpfige Familie auf einem Grundstück mit Blick auf eine wiederhergestellte Wiese und Wald gestaltet. Statt einen geschlossenen Baukörper durch einen anderen zu ersetzen, ordneten die Architekten eine Folge von Pavillons und Verbindungsräumen an, die über ihrer Umgebung zu schweben scheinen. Diese Komposition lässt den Ort vom ersten Moment der Ankunft an präsent bleiben.


Eine von Natur gerahmte Ankunft
Die Straßenseite ist bewusst zurückhaltend, während die Bewegung durch das Haus zum Garten gelenkt wird. Eine Eingangstür aus Cor-ten-Stahl bildet eine haptische Schwelle. Dahinter ermöglicht die zentrale Erschließungsachse einen ungehinderten Blick durch das Haus und verbindet den großen Gemeinschaftspavillon mit einem kleineren Aufenthaltsbereich am anderen Ende. Die Ankunft wird dadurch als allmähliche Öffnung zur Landschaft erlebt statt als herkömmliche Folge geschlossener Räume.


Ein Glaspavillon für das gemeinsame Leben
Der Hauptpavillon vereint Küche, Ess- und Wohnbereiche in einem großen, flexiblen Rahmen für Gäste. Eine stahlgerahmte Feuerstelle verankert den Raum, während ein eingebauter Pizzaofen die Freude der Familie am Essen und Zusammensein widerspiegelt. Großzügige Verglasungen und umlaufende Oberlichtfenster geben den Blick auf Wiese, Feuchtgebiete und Wald frei und bringen Tageslicht tief in den Innenraum. Die Materialpalette ist bewusst warm: Holz an Decken und Böden bildet ein Gegengewicht zu den großen Glasflächen und den konstruktiven Elementen.


Private Räume, die mit der Familie wachsen können
Der Südflügel folgt dem Gelände sanft abwärts und schiebt sich zwischen die bestehenden Douglasien und Zedern. Die Schlafzimmer öffnen sich zu einem gemeinsamen Aufenthaltsraum und zum Außenbereich; eine kleine Küchenzeile verleiht dem Flügel eine gewisse Eigenständigkeit, die bei veränderten Familienbedürfnissen besonders nützlich werden könnte. Eine private Schlafzimmersuite liegt geschützt hinter Paneeltüren, bleibt aber mit Gartenblicken und dem übrigen Haus verbunden.


Die größte Stärke der Woodway Residence ist dieses Gleichgewicht von Geselligkeit, Privatsphäre und Landschaft. Schiebetüren, Dachüberstände und Terrassen machen den Außenbereich beim wechselhaften Wetter des pazifischen Nordwestens nutzbar, während das Innere ohne demonstrativ luxuriöse Oberflächen behaglich bleibt.


Arbeitsleben neben dem Familienhaus
Die angebaute Garage übernimmt im Familienalltag eine eigene Rolle. Neben Stellplätzen bietet sie Raum für gemeinsame Projekte und eine ungewöhnliche Autosammlung. Dieser praktische Bestandteil erklärt das Raumprogramm: Die Woodway Residence wurde nicht als rein statische Komposition von Ausblicken entworfen, sondern als Rahmen für Aktivitäten, die sich mit dem Wachstum der Familie verändern und erweitern können.
Die Wiese als visueller Rahmen
Zuvor stand auf dem Grundstück ein Haus, das von der umgebenden Wiese und dem Wald abgewandt war. Der Neubau kehrt dieses Verhältnis um und macht die wiederhergestellte Landschaft durch breite Glaswände und sorgfältig gesetzte Öffnungen sichtbar. Dieser Wechsel ermutigt die Bewohner, die unterschiedlichen Eigenschaften des Orts zu erleben, statt den Garten als begrenzten Ausblick aus einem einzigen Zimmer wahrzunehmen.
Eine sorgfältig organisierte Erschließungsachse
Der zentrale Durchgang verbindet zwei gemeinschaftliche Ziele, sodass die Bewegung durch das Haus der Topografie folgt und verschiedene Bereiche des Familienlebens miteinander verknüpft. Westseitige Schlitzfenster entlang des Wegs fangen Sonne und Schatten in ihrem Tagesverlauf ein. Das bringt Abwechslung in einen ansonsten rein funktionalen Flur und hält das Erlebnis der umgebenden Landschaft auch zwischen den Zimmern präsent.
Private und gemeinsame Räume im Gleichgewicht
Die Hauptschlafzimmersuite ist hinter einer Vertäfelung verborgen, damit sich ihre Bewohner vom Geschehen im Gemeinschaftspavillon zurückziehen können. Im Südflügel sind die weiteren Schlafzimmer mit einem Aufenthaltsraum und einer Küchenzeile verbunden, sodass Angehörige oder ältere Kinder eine gewisse Selbstständigkeit genießen und zugleich in der Nähe bleiben. Der Grundriss eignet sich damit für Familientreffen ebenso wie für ruhigere Alltagsabläufe.
Wetter und tägliche Nutzung
Verglaste Schiebetüren erweitern den Hauptpavillon zu Höfen, Holzterrassen und Gartenwegen. Großzügige Dachüberstände schützen die Außenbereiche vor dem für den pazifischen Nordwesten typischen Regen. Zusammen mit den Innenräumen aus natürlichem Holz machen diese Elemente den Wechsel zwischen Zimmern und Landschaft zum Bestandteil eines ganzjährig angenehmen Wohnalltags, statt zu einem gelegentlichen Ereignis bei schönem Wetter.
Mitwirkende und Fotografie
Projekt: Woodway Residence. Standort: Woodway, Washington, USA. Architektur: Olson Kundig. Entwurfsverantwortlicher: Kevin M. Kudo-King. Projektleiter: Jesse Kingsley. Unterstützung Innenarchitektur: Amanda Chenoweth und Laina Navarro. Fotografie: Aaron Leitz. Bilder aus Olson Kundigs offizieller Projektgalerie der Woodway Residence.

























































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