
Bloomberg-Büro in Tokio von Neri&Hu: Holz, Raumteiler und Orte der Begegnung
Eine andere Gestaltungssprache für Tokios Arbeitswelt
Neri&Hus Bloomberg-Büro in Tokio umfasst 1.275 Quadratmeter in Marunouchi, einem der wichtigsten Geschäftsviertel der japanischen Hauptstadt. Das im Oktober 2017 fertiggestellte Projekt untersucht die Beziehung zwischen der zeitgemäßen Arbeitsumgebung eines internationalen Medienunternehmens und einer lokalen Gestaltungskultur, die präzise Konstruktion und natürliche Materialien schätzt. Statt sich allein auf Unternehmensgrafik zu stützen, schafft die Architektur durch Holz, gerahmte Übergänge und sorgfältig organisierte Gemeinschaftsbereiche ein unverwechselbares Interieur.
Das Ankommen
Die offiziellen Projektfotografien zeigen einen Empfangsbereich aus hellen Holzflächen, einem zurückhaltenden Bodenbelag und einer kontrastierenden blauen Theke. Diese Elemente verleihen dem Eingang eine klare Identität und bewahren zugleich eine ruhige Materialpalette. Die Theke dient im größeren, holzverkleideten Raum als Orientierungspunkt und macht den ersten Kontakt unmittelbar und verständlich.

Holz als verbindendes Material
Holz prägt das fotografierte Interieur: als Wandverkleidung, in Rahmenkonstruktionen und Einbauten. Seine Maserung und Wärme bilden einen wohnlichen Gegenpol zu den funktionalen Anforderungen eines modernen Büros. Das wiederkehrende Material stellt zudem Kontinuität zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen her und lässt das Interieur durchdacht wirken, statt aus unverbundenen Standardoberflächen für Büros zusammengesetzt.
Rahmen, Öffnungen und Transparenz
In den ausgewählten Archivaufnahmen bilden Holzrahmen teilweise Begrenzungen um Erschließungs- und Arbeitsbereiche. Sie lassen Licht und Durchblicke zwischen den Räumen zu und bieten zugleich ein gewisses Maß an Abschirmung. Dieser Ansatz deutet auf eine Arbeitsumgebung hin, die sowohl individuelle Konzentration als auch die Wahrnehmung naher Kollegen ermöglicht, ohne jeden Übergang durch eine undurchsichtige Wand zu ersetzen.

Der räumliche Wert von Treppen
Eine fotografierte Treppe wird von Holzelementen und dunkleren gemusterten Flächen gerahmt und setzt einen visuellen Kontrast in der ansonsten zurückhaltenden Umgebung. Statt Erschließung ausschließlich als Bewegung zwischen Geschossen zu behandeln, macht der Entwurf die Treppe zu einem Teil der Identität des Interieurs. Material, Richtung und Rahmung laden die Nutzer dazu ein, das Gebäude als zusammenhängende Arbeitsumgebung wahrzunehmen.
Textilien und kleinteilige Muster
Die in der Galerie sichtbaren gemusterten Flächen kontrastieren mit den hellen Holzarbeiten. Ihre Wiederholung ergänzt Details, ohne die übergeordnete architektonische Komposition zu überlagern; zugleich erzeugt das Verhältnis zwischen geschlossenen und offeneren Raumteilern einen subtilen visuellen Rhythmus. Diese Elemente verbinden die Bewegungserfahrung mit der Wahrnehmung von Material und Licht.
Orte für Arbeit und Gespräch
Die fotografierten Gemeinschaftsbereiche des Entwurfs zeigen, wie Bürointerieurs als mehr denn bloße Schreibtischreihen gestaltet werden können. Empfangs-, Übergangs- und Begegnungsbereiche erhalten architektonische Aufmerksamkeit, die informellen Austausch unterstützt. Die materielle Zurückhaltung lässt Möbel und Nutzer visuell hervortreten.

Ein Dialog zwischen Unternehmensfunktion und Handwerk
Neri&Hus Ansatz zeichnet sich durch handwerklich ausgearbeitete Konstruktionsdetails im Bürokontext eines großen Unternehmens aus. Holz, transparente Raumteiler und zurückhaltende Oberflächen verleihen der Arbeitsumgebung einen menschlicheren Maßstab. Ihre Wiederholung erleichtert Besuchern die Orientierung und gibt dem Projekt über die verschiedenen Räume hinweg eine einheitliche Identität.
Der Kontext von Marunouchi
Marunouchis dichtes Geschäftsviertel bildet den größeren städtischen Kontext des Projekts. Darin schafft eine sorgfältig ausgewählte Innenraumpalette eine Atmosphäre, die mit der visuellen Intensität der Stadt kontrastiert. Natürliche Farbtöne und präzise Rahmungen lassen das Unternehmensbüro verankert statt anonym wirken.
Ein maßvoll gestaltetes zeitgemäßes Büro
Das Bloomberg-Büro in Tokio zeigt, wie der ausdrucksstärkste Teil der Arbeitsplatzgestaltung in den Beziehungen gewöhnlicher Elemente liegen kann: einer Empfangstheke, einem hölzernen Raumteiler, einem Flur und einer Treppe. Die dokumentierten Qualitäten des Projekts sind sein maßvoller Materialeinsatz und die räumliche Klarheit der fotografierten Innenräume. Spezifische Funktionen von Räumen, die die Projektquelle nicht benennt, werden nicht abgeleitet. De La Espada nennt Pedro Pegenaute als Fotografen des Projekts.

Projektinformationen und Bildnachweise
Projekt: Bloomberg-Büro in Tokio. Standort: 2 Chome-4-1 Marunouchi, Chiyoda City, Tokio 100-0005, Japan. Innenarchitektur: Neri&Hu Design and Research Office. Bruttofläche: 1.275 m². Fertiggestellt im Oktober 2017. Die Beschreibungen der hölzernen Raumteiler, des Eingangs und der Treppe beruhen auf den Bildern im Projektportfolio des Studios; genauere betriebliche Details werden nicht aus den Fotografien abgeleitet. De La Espada nennt Pedro Pegenaute als Fotografen des Projekts.


























































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